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Professionelle Zahnreinigung und Bleaching - ZAHN-KLINIK Berlin Prophylaxe

 

 

 

Mundhygiene

Auch im Zusammenhang mit allgemeinmedizinischen Beschwerden spielt die Mundhygiene eine große Rolle. In erster Linie sind aber die häufig vorkommenden Zahnfleischerkrankungen, Gingivitis und Zahnbetterkrankungen, Parodontitis und Implantat-Entzündungen sowie die Periimplantitis von zahnmedizinischer und implantologischer Bedeutung. Doch auch Herzerkrankungen und andere weitergehende Erkrankungen, wie zum Beispiel auch der Verlust von Brustimplantaten können durch Mund- und Zahnfleischbakterien hervorgerufen werden. Das effektive Entfernen von Ablagerungen in den Zahnzwischenräumen und das gründliche Säubern des Zahns unter dem Zahnfleischraum ist aber leider nicht immer möglich. Eine regelmäßige Prophylaxe und eine professionelle Zahnreinigung sind daher sinnvoll und zu empfehlen.

 

 

Prophylaxe

Eine Prophylaxe dient der Kontrolle des Gebisses und des Zahnfleisches. Es werden dadurch auf professionellem Wege eventuell vorliegende Erkrankungen festgestellt. Auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen oder in den Zahnfleischtaschen befindliche Beläge werden entfernt und die Zähne im Anschluss poliert und fluoridiert. So wird den Bakterien die Anhaftung erschwert und die Zahnoberflächen gehärtet. Kombiniert werden kann die PZR darüber hinaus mit Bleaching, Zahnaufhellung oder Versieglung. Von einer Prophylaxe in der Berlin Klinik Zahnklinik profitieren Sie auch in dem Zusammenhang, dass Sie von uns kompetente und hilfreiche Tipps für die Zahnpflege zuhause erhalten. So können wir Ihnen zum Beispiel einen individuellen Pflegeplan oder ein Recall-Schema zur Prophylaxe erstellen.

 

 

 

ZAHN KLINIK Prophylaxe - zahnärztliche Zahnaufhellung

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Prophylaxe bei Implantaten

Besonders bei Implantaten und Implantat-getragenem Zahnersatz besteht die Notwendigkeit einer regelmäßigen und professionellen Pflege. Ein Implantat kann von Periimplantitis befallen werden und daher wackeln und ausfallen, ebenso wie ein echter Zahn von Parodontitis befallen werden kann. Hat sich die Periimplantitis einmal manifestiert, so ist sie nur schwer in den Griff zu bekommen. Allerdings kann sie durch regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen weitgehend vermieden werden. In forensischer Sicht können Implantatpatienten ihre Gewährleistung nur erhalten, wenn regelmäßig dokumentierte Zahnreinigungen stattfinden. In der Berlin Klinik Zahnklinik Mitte arbeiten geschulte Dentalhygienikerinnen und Prophylaxeassistentinnen, die spezielle Kunststoff- und Keramikinstrumente, niemals aber Stahl verwenden. Auf diese Weise wird der Schutz der sensiblen Oberfläche und somit die Sicherheit Ihrer Implantate gewährleistet.

 

 

Prophylaxe bei Brustimplantaten

Der weitgreifende Einfluss und die chirurgische Bedeutung von zahnärztlicher Prophylaxe auf die Allgemeinmedizin darf nicht unterschätzt werden. Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis können sogar Probleme nach Brustvergrößerungen hervorrufen oder unterhalten, wie die Zahnärztlichen Mitteilungen im Februar 2011 berichteten. Festgestellt wurde der direkte Zusammenhang zwischen Problemen nach Brustvergrößerungen und Entzündungen des Zahnhalteapparates von einer Arbeitsgruppe um Prof. Johannes Hönig in der Paracelsus-Klinik in Langenhagen. Demzufolge würden gelegentlich vorkommende Verhärtungen und Formveränderungen der Brust durch bakterielle Besiedlung von Implantaten ausgelöst. Der Biofilm, welcher das Implantat umgibt, wird angegriffen von Parodontitisbakterien. Diese wurden schließlich auch auf den Brustimplantaten nachgewiesen, weshalb Prof. Hönig davon ausgeht, dass die Infektionen einen ursächlichen Einfluss auf die Bindegewebsveränderungen haben. Vom Mund aus gelangen die Bakterien über die Blutbahn auf das Brustimplantat, weshalb Prof. König regelmäßige und professionelle Zahnreinigungen und die Erfassung des a href="/schwerpunkte-zahnklinik/parodontose-parodontitis-zahnklinik.html">Parodontalstatus vor der Einlage von Brustimplantaten empfahl. In Deutschland werden, seinen Angaben zufolge, 20.000 operative Brustvergrößerungen mit Silikongel im Jahr vorgenommen. Die Berlin Klinik ist daher dahingehend ermutigt, die Prophylaxe für alle Chirurgie-, Implantat- und Brustimplantat-Patienten zur Verfügung zu stellen. Die Mund- und Zahnfleischsituation vor JEDER Operation prüfen und gegebenenfalls verbessern zu lassen, wird dringend empfohlen.

 

 

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Zahnaufhellung in Berlin

Bei der Zahnaufhellung, dem Bleichen bzw. Bleaching wird grundsätzlich zwischen einer Selbstbehandlung zuhause und der Behandlung beim Zahnarzt unterschieden. Ersteres wird mit Klebestreifen, Schienen oder Pinseln betrieben und wird von erfahrenen Zahnärzten nicht empfohlen, da die empfindliche Schleimhaut und vor allem die Papillen zwischen Zähnen und Rachen nicht vor dem Bleichmittel geschützt werden können. Außerdem erhält man bei den frei verkäuflichen Bleichmitteln nicht dieselbe Effektivität wie bei zahnmedizinischen Präparaten.

 

 

 

In der PROPHYLAXE Abteilung der Internationalen ZAHN-KLINIK Berlin Mitte werden Ihre Zähne nachhaltig und sicher gegflegt, wir aber auch in der Lage Ihre Zähne wirkungsvoll und schonend effektiv aufzuhellen.

 

 

Studien zum Bleaching bzw. zu Zahnaufhellungen

Wie die meisten Studien belegen, sind beim Einsatz von pH-neutralen Präparaten und bei sachkundiger Anwendung keine Zahnschäden zu befürchten, wobei sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten. Gelegentlich kann es bei der Behandlung zu einer unangenehmen und schmerzhaften Empfindlichkeit kommen. Am Zahn wird dies wie ein kleiner Blitz empfunden. Zudem können sich Zähne, die frisch behandelt wurden, empfindlich gegenüber Süßem oder Saurem verhalten. Auch Temperaturunterschiede werden mitunter empfindlich wahrgenommen. Allerdings sind derartige Nebenwirkungen nur temporär und sind nach ein paar Stunden, spätestens aber nach einigen Tagen abgeklungen.

 

 

 

 

BriteSmile Bleaching

Eine Zahnaufhellung kann jahrelang anhalten, für die Ewigkeit ist sie jedoch nicht bestimmt. Wie lang jedoch das Ergebnis effektiv zu sehen ist, hängt ab von der regelmäßigen professionellen Entfernung von Zahnbelägen sowie der Reinigung und Politur der Zähne. So genannte Touch-Ups oder Auffrischungsbehandlungen können nach einigen Jahren, wenn die Zähne wieder nachdunkeln, Abhilfe schaffen. Gern wird Sie die speziell geschulte und fortgebildete Prophylaxe-Assistentin über die Möglichkeiten einer Zahnaufhellung beraten. BriteSmile Bleaching-Produkte haben dabei das Vertrauen der Berlin Klinik Zahnklinik Mitte gewonnen. Die Kontrolle der Qualität dient letztlich Ihrer Sicherheit.

 

 

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Wenn Sie Ihre Zähne effizient auffrischen und daneben Ort und Zeitpunkt selbst bestimmen wollen, dann ist BriteSmile To Go die richtige Wahl. Durch die Berlin Klinik Prophylaxe stehen Ihnen die Stifte zur Aufhellung zur Verfügung. BriteSmile To Go ist das Resultat jahrelanger Forschung, sodass den Menschen eine Möglichkeit geboten wird, sich gut zu fühlen und ein Lächeln mit weißen Zähnen bieten zu können. Dies bietet eine optimale Alternative zu gesundheitsgefährdenden Bleichtabletten oder Bleichsystemen aus dem Kaufhaus. Neben der Effektivität bietet BriteSmile To Go eine praktische, einfache und vollkommen sichere Lösung der Zahnaufhellung.

 

 

 

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In der Berlin Klinik Prophylaxe ist die Aufhellungszahnpasta und die Mundspülung von BriteSmile ein wichtiger Teil der Produktlinie. Nach der BriteSmile-Behandlung erhalten Sie durch die kristallklare und alkoholfreie Zahnspülung aus spezieller Entwicklung ein strahlend weißes Lächeln. Die patentierte Aufhellungsformel, nach der die Bleaching-Zahnpasta hergestellt wird, verhilft zu einem maximalen und haltbaren Weiß. Zudem erfolgt eine wirksame Reinigung des Zahnfleischs und der Zähne. Im Rahmen eines vollkommen sicheren chemischen Prozesses bewirkt die Zahnpasta, anders als viele handelsübliche Zahncremes, eine optimale Aufhellung.

 

 

Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch durch Prophylaxe

Das Zahnfleisch zeigt sich, genauso wie viele andere Körperteile oder Körperdetails, durch eine, von der Natur idealisierte und ästhetische Beschaffenheit. Als ästhetisch empfindet man weder lange Zähne noch dickes rotes Zahnfleisch. Das Maß der Dinge ist ein gesunder Normalfall. Durch das Recall-System der Berlin Klinik Prophylaxe haben Sie nie wieder das Gefühl, Ihre Zahne oder Ihr Zahnfleisch bzw. die gesamte Mundgesundheit nachlässig behandelt zu haben.

 

 

 

Hinweis: Die Prophylaxe ist nach Implantation, Zahnersatzversorgung oder OP im vorgegebenen Intervall zur Aufrechterhaltung Ihrer Garantie / Gewährleistung unabdingbar! Ohne regelmässige Pflege und Kontrolle riskieren Sie vorzeitige Schäden bis hin zum Verlust von Zähnen oder Implantaten.

 

 

 

Anatomie

Das Zahnfleisch umgibt in einem gesunden Gebiss gleichmäßig und kragenförmig den Zahnhals auf Höhe der Schmelz-Zement-Grenze. Im Idealfall ist es mit dem Schmelz und dem Wurzelelement fest verbunden, wobei eine dezente Rille entsteht, die man Sulcus nennt. In Verbindung steht die Zahnwurzel mit dem Zahn und dem Kieferknochen des Zahnfaches, der Alveole, durch Bindegewebsfasern in Form eines komplizierten Geflechts. Man spricht dabei vom Sharpey -Faserapparat. Einerseits sind die Fasern im Wurzelelement verankert, andererseits im alveolaren Knochen des Alveolarfortsatzes, also dem Teil des Kieferknochens, welcher den Zahn trägt. Eine gewisse Elastizität ergibt sich durch die, zwischen den Fasern befindlichen zellulären Elemente und Blutgefäße in Verbindung mit der Gewebsflüssigkeit, dem desmodentalen Gewebe. Als biologische Breite bzw. Höhe, die im Schnitt etwa zwei Millimeter beträgt, bezeichnet man jene Verbindung von Saumepithel und Zahnschmelz und von Bindegewebe des Zahnfleischs mit dem Wurzelelement. Von wesentlicher Bedeutung ist sie sowohl für die gingivale Gesundheit und die ästhetische Erscheinung von Zähnen oder Zahnersatz. In Richtung Wurzel findet man die keratinisierte Gingiva mit dem alveolaren Knochen in Verbindung vor, der Bereich, den man als feste Gingiva bezeichnet und welcher durch die mukogingivale Linie von der beweglichen Schleimhaut abgegrenzt wird. Für die Ästhetik von Zähnen oder Zahnersatz bzw. Zahnkronen ist der Bereich nicht von minderer Bedeutung. Wird die befestigte Gingiva beschädigt oder geht durch Knochenrückgang (z.B. nach längerer Zahnfleischentzündung) verloren, so ergibt sich eine unvorteilhafte Erscheinung der Zähne. Sollten die empfindlichen Papillen auch nur teilweise geschädigt oder verloren gehen, so ergibt sich daraus ein ästhetischer Nachteil, der langfristig kaum wieder berichtigt werden kann. Um Ihr Zahnfleisch und Ihre Kieferknochen gesund zu halten, können Sie auf die Hilfe der Berlin Klinik Zahnklinik Mitte setzen.

 

 

Zahnpflege und Vorsorge

Die folgenden Punkte sind einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema Prophylaxe entnommen. Erstellt vom Kollegen Zahnarzt Christoph Friedrich Kaden, der auf die ästhetische Rehabilitation und Rekonstruktion und Zahnerhaltung spezialisiert ist.

 

 

1. Prophylaxe

 

1.1. Einführung:

Unter Zahnschmerzen und defekten Zähnen haben Menschen seit jeher zu leiden. Bereits in der Frühzeit versuchte man, den Schäden Einhalt zu gebieten, sie zu mindern, gar zu heilen oder was natürlich noch besser wäre: sie zu vermeiden. Allerdings weiß man um die zahnmedizinischen Maßnahmen nur aus der Frühzeit, nicht aber, was in der Steinzeit unternommen wurde um Zahnbeschwerden vorzubeugen bzw. entgegenzutreten. Skelettfunde aus der Steinzeit weisen kaum Karies auf, obwohl man davon ausgeht, dass die Menschen damals noch keine Vorsorge betrieben haben. Karies und stärkere Zahnabnutzung gehen wohl auf die Jungsteinzeit zurück, als erste primitive Mühlen entwickelt wurden. Diese Veränderung der Ernährung führte zu einem Anstieg des Zuckergehaltes und somit auch zur Notwendigkeit, für die Zähne vorzusorgen.

 

1.2. Allgemeine Begriffserklärung:

Unter dem Begriff Prophylaxe versteht man eine Vorsorge und im Bereich der Zahnheilkunde werden die meisten Menschen dabei an das tägliche Zähneputzen und die Reinigung mit Zahnseide sowie regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt denken. Doch das Gebiet umfasst weit mehr als nur die genannten Schwerpunkte. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen der primären, der sekundären und der tertiären Prophylaxe. Durch die primäre Prophylaxe sollen erste Schäden vermieden werden, bevor sie auftreten. Dafür sind die besten Beispiele die allgemeine Mundhygiene, eine Ernährungsberatung und Fluoridzufuhr. Bei der sekundären Prophylaxe werden bestehende Mundkrankheiten im Frühstadium erkannt und behandelt. Bei diesen Beschwerden besteht noch eine Aussicht auf Heilung und die Behandlung kann nach der Vorsorgeuntersuchung zum Beispiel in Form einer professionellen Zahnreinigung und minimalinvasive Füllungen abgeschlossen werden. Größere Maßnahmen werden bei der tertiären Prophylaxe notwendig, durch die man versucht, weitere Schäden an Zähnen und Zahnhalteapparaten zu verhindern. Die anatomisch korrekte Wiederherstellung von Zahnhartsubstanz ist eine dieser Maßnahmen. Auch größere Füllungen, Kronen, Brücken und die parodontalprophylaktische Gestaltung von Interdentalräumen zählen zur tertiären Prophylaxe. Dabei soll jeder Zahnersatz so eingegliedert werden, dass weitere Schäden verhindert werden.

 

1.3. Ziele und Nutzen der Prophylaxe:

Besonders Kinder und Jugendliche sind oft nicht begeistert, wenn es wieder heißt: Zähne putzen! Allerdings gehört dies zur grundsätzlichen Vorbeugung gegen Zahnschäden und man sollte sich dreimal am Tag dazu überwinden, die Zahnbürste zu gebrauchen. Schließlich weiß man heute, dass Karies durch Bakterien entstehen und nicht durch den "Zahnwurm", einem antiken und mittelalterlichen Aberglauben, welcher in der Volksmedizin lange Zeit für Zahnschmerzen verantwortlich gemacht wurde. Natürlich hatte dies zur Folge, dass man eine vollkommen ineffektive Vorsorge betrieb. Doch wer schon einmal unter richtigen Zahnschmerzen gelitten hat, der wird heutzutage die Zahnbürste freiwillig gebrauchen. Daneben steht natürlich der ästhetische Aspekt. Wer über ein gesundes Gebiss verfügt, der macht einen ganz anderen Eindruck auf seine Umwelt. Zahnpflege ist also ein alltägliches Muss.

 

1.3.1. Prophylaxe zur Ästhetik:

Natürlich gehört zur zahnärztlichen Prophylaxe auch das Erscheinungsbild des Gebisses. Eitel sind die Menschen in ihrer Natur, ob sie das nun zugeben oder nicht. Dabei spielt das Gesicht im Rahmen der wahrgenommenen Ästhetik eine große Rolle und allem voran natürlich der Mund. Wer beim Lächeln strahlend weiße Zähne vorzeigen kann, der hat eindeutig Pluspunkte gesammelt. Doch auch das Zahnfleisch und seine Beschaffenheit wirken sich maßgeblich darauf aus, ob unser Mund als ästhetisch wahrgenommen wird oder nicht. So soll es, laut Molcho, sogar ein typischer Reflex des Menschen sein, bei Unterhaltungen mit anderen Personen, die kariöse, freiliegende, verfärbte oder anderweitig abnormale Zähne haben, der Abstand gesucht wird und eine Abneigung entsteht, sich mit der Person weiter zu unterhalten. Wobei der Betroffene selbst versucht, seinen Mangel zu verbergen, indem er sich beispielsweise die Hand vor den Mund hält. Auch aus geschichtlichen Überlieferungen geht hervor, dass Menschen mit gesund aussehenden Zähnen höher angesehen waren. Besonders im Islam ist die zahnmedizinische Vorsorge fest verankert. Ein Gebet mit sauberen Zähnen soll hier wesentlich mehr wert sein, weshalb die Zahnpflege schon fast zur rituellen Handlung geworden ist. Nicht zuletzt führen Mundgeruch und gerötetes Zahnfleisch gar dazu, dass sich betroffene Personen isoliert fühlen, zumal in der heutigen Zeit immer mehr Wert auf Äußerlichkeiten gelegt wird. So ist auch die Zahnpflege bei Jung und Alt heute wichtiger als bei früheren Generationen. Die Motivation zur Zahnpflege soll hier sogar eher gefunden werden, als durch gesundheitliche Aspekte.

 

1.3.2. Funktion der Zähne und des Zahnhalteapparates:

Bei der Aufnahme von Nahrung wird bereits im Mund die Verdauung eingeleitet, weshalb Zähne natürlich eine wichtige Rolle spielen, da sie der Zerkleinerung der Nahrung dienen. Der Zahnapparat selbst hat die Aufgabe, die Zähne fest und solide im Knochen zu verankern, so dass diese effektiv ihre Arbeit verrichten können. Sollte eine dieser zwei Komponenten wegfallen, so kommt es zu Störungen bei der Nahrungsaufnahme und dadurch letztlich zu Funktionsproblemen. Beeinflusst wird die Funktion beim Fehlen eines einzelnen Zahns nur wenig. Beeinträchtigt wird die Nahrungsaufnahme allerdings dann, wenn mehrere Zähne fehlen, was bei älteren Leuten oft erkennbar ist. Der Zahnverlust bewirkt erhebliche Einschränkungen bei der Zerkleinerung und Aufbereitung der Nahrung. Letzten Endes kommt es dadurch zum Nährstoffmangel, der die Gesundheit und somit das Immunsystem beeinträchtigt. Weitreichendere Konsequenzen hatte dies in vergangenen Tagen. Die Eskimos hatten früher zum Beispiel die Aufgabe, Robbenfelle zu kauen um sie für die Weiterverarbeitung zu Stiefelsohlen geschmeidiger zu machen. Das zog natürlich Verschleißerscheinungen nach sich, die bis zum Abwetzen der Zähne auf das Zahnfleisch reichten. Unter solchen gesellschaftlichen Umständen bedeutete der Zahnverlust eine Belastung für die reinen Kostgänger der Gesellschaft, weshalb die Betroffenen früher in die Eiswüste hinausgingen, um dort zu sterben. Die Abnutzung der Zähne wurde auch durch die Erfindung der Mühle in der Steinzeit begünstigt, da man dem Mehl feinen Gesteinsstaub beimischte. Dieser wirkte sich auf die Zähne und letztlich auch das Zahnfleisch mit der Zeit wie Sandpapier aus. Der Zahnverlust stellt dieser Tage kein so großes Problem mehr dar wie früher, da es heute ganz andere gesellschaftliche und technische Möglichkeiten gibt. Allerdings wird ein Ersatz nie ganz mit den echten Zähnen zu vergleichen sein, da die Natur sich nur schwer verbessern lässt. Wer seine Zähne und den Zahnhalteapparat für lange Zeit funktionsfähig halten will, dem sollte eine effektive Prophylaxe daher wichtig sein. Wer sich aber vor Krankheiten schützen will, der muss sie auch kennen, da Zahnverlust kein Schicksal ist. Nach aktuellen Forschungsergebnissen zeigt sich die Bedeutung von gesunden Zähnen, nach Meyer, wenn man sie, wie belegt, im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Frühgeburten sowie entzündlichen Parodontalerkrankungen betrachtet. Einen hohen Anteil der zahnmedizinischen Kausalität haben laut Meyer zudem auch Kopf-, Gesichts- und migräneartige Schmerzen.

 

 

2. Krankheiten der Zähne und des Zahnhalteapparates

 

2.1.Karies:

Karies und Parodontitis gelten zu den hauptsächlichen Erkrankungen von Zähnen und Zahnapparat. Bei Karies handelt es sich um Mundfäule, einer Infektion, vorwiegend hervorgerufen durch die Bakterienart Streptococcus mutans. Diese haben die Fähigkeit Säure aus Nahrungszucker zu bilden, wenn anaerobe Bedingungen vorliegen. Diese Bedingungen werden durch die Dicke des Zahnbelages hervorgerufen. Dadurch senkt sich der pH-Wert und die Zahnhartsubstanz wird demineralisiert. Es kommt zur Zerstörung der Zahnhartsubstanz.

 

 

2.2. Parodontose Parodontitis:

Bei der Parodontose (Parodontopathie) handelt es sich um eine Erkrankung des Zahnhalteapparates (der Parodontien). Sie wird durch vor allem durch mangelnde Mundhygiene hervorgerufen, da sich so Zahnbelag (Plaque) auf der Zahnoberfläche ansammelt, der teilweise mit Speichel durchsetzt wird. Zahnsteinbildung ist die Folge. Der Zahnstein und der Zahnbelag beinhalten bestimmte Bakterien, welche sich durch ihre Enzyme und Stoffwechselprodukte destruktiv auf die Parodontien auswirken. Die Gingiva wird zudem durch die Bildung spezieller Enzyme von bestimmten Bakterienstämmen fortschreitend zerstört. Aus einer oberflächlichen Gingivitis wird folglich eine Zahnfleischtaschenentzündung (Parodontitis). Diese sollte nicht mit der Parodontose verwechselt werden, da es sich hierbei um einen altersbedingten Abbau von Kieferknochen und Zahnhalteapparat handelt, der nicht-entzündlich vonstattengeht.

 

3. Prophylaxe in außereuropäischen Kulturen

 

 

3.1. Der Orient und Zahnpflege

Durch ihre Schriften sind die ältesten Kulturen Ägyptens und Mesopotamiens bekannt. Ihr kultureller Fortschritt ging Hand in Hand mit ihrem hohen Entwicklungsstand in der Medizin. Einiges davon hat sich sogar bis in die heutige Zeit erhalten. Hier bildeten sich die Anfänge der heutigen Medizin und der Vorsorge.

 

3.1.1. Ägypten und die Zahnpflege

Um etwa 3000 v.Chr. blühte die älteste Hochkultur. Damals schon hat sich die Medizin auf Ohren, Augen und Zahnheilkunde spezialisiert. Trotz ihres technischen Fortschritts, gab es auch im alten Ägypten orale Probleme und Abnutzungserscheinungen der Zähne. Die Ursache war vor allem das Brot, dessen Mehl mit Steinen gemahlen wurde und so auch der Abrieb der Steine die Zähne schädigte. Es gibt jedoch keine Erkenntnisse, ob die Ägypter dies als Ursache erkannt und gehandelt haben. Allerdings gab es eine einfache Art der Mundhygiene. Es war Sitte sich morgens den Mund mit Natron auszuspülen, womit sie wissend oder unwissend richtig handelten. Natron ist eine Base, weshalb sie den Säuregehalt im Mund reduzierte. Zudem besaßen die Ägypter Pulver und Mittel, welche die Zähne kräftigten. So wurde zum Beispiel Ocker und Malachit gemischt und an die Zähne gegeben. Obwohl viele Kosmetische Artefakte gefunden wurden, war darunter jedoch nichts, was eine Zahnbürste oder ähnliches hätte sein können.

 

 

3.1.2. Mesopotamien und Zahnpflege

Zwischen dem Euphrat und dem Tigris hat sich zwischen 3500 bis 3000 v.Chr. die Hochkultur der Sumerer entwickelt. Heute wissen wir einiges durch Niederschriften auf Tontafeln. Darunter auch ihre Gesetze und Teile ihrer Heilkunde. Die Zähne hatten einen hohen Wert, der geschützt werden musste. Vor jedem Essen wurden die Zähne mit einer Mischung aus Wasser, Minze, Baumrinde und Alaun gereinigt. Damit ließ sich Mundgeruch überdecken und die Mischung entfaltete eine antibakterielle Wirkung. Es findet sich also hier ein antiseptisch-therapeutischer Wert. Die Vorsorge war damit auf einem relativ hohen Niveau. Bei Ausgrabungen in Tepe Gawra wurden entsprechende Toilettenartikel gefunden. Bei den Ausgrabungsstücken aus Metall fanden sich Make-Up Applikator, Ohrreiniger und ein feiner Zahnstocher. Sie gehörten wohl einer wohlhabenden Person, wobei allerdings anzumerken gilt, dass auch die ärmere Bevölkerung Zahnstocher aus Holz benutzt haben könnte. Das ist medizinisch sogar sinnvoller, da das weiche Holz den Zahnschmelz nicht schädigt. Seit wann Menschen Holzzahnstocher benutzen ist nicht bekannt, da das Material die Jahrtausende nicht überdauert.

 

3.2. Der Asiatische Baum der Zahnpflege

Im asiatischen Raum waren die Kulturen den Europäern in vielen Punkten weit voraus. Nicht nur kulturell, sondern vor allem auch in der Medizin. In vielen Bereichen übertrafen die Entwicklungen des Abendlandes bei weitem.

 

3.2.1. Indien und Prophylaxe

Die Urbevölkerung Indiens lässt sich bis in 3. und 4. Jahrtausend v.Chr. zurückverfolgen. Obwohl es keine hinterlassenen Schriften gibt, sind Fundamente von großen Städten erhalten geblieben. Diese besaßen überraschend gute allgemeinhygienische Einrichtungen. Aus dieser Zeit gibt es aber keine Schriften oder Instrumente für die zahnmedizinische Prophylaxe. Im brahmanischen Reich übernahmen die Kasten der Priester die die geistige Führung. Aus dieser Zeit gibt es Überlieferungen von Heilpflanzen und der allgemeinen Mundhygiene. In den frühesten Schriften von 400 v.Chr. werden die Mundpflege und die Vorsorge erstmals erwähnt. Das Bower-Manuskript enthält sechs Rezepte für die Zahn- und Mundpflege. Zum Beispiel gab es eine Gurgellösung aus Barringtonia, Senf, Bengalpfeffer, Ingwer, alkalischer Asche und Salz. Diese Tinktur wird sich durchaus positiv auf die Mundflora ausgewirkt haben. Ebenso ist bekannt, dass die Menschen dieser Zeit ebenfalls Zahnstocher nach dem Essen nutzten. Ebenso ist überliefert, dass man sich morgens die Zähne geputzt hat. Die Zahnbürste bestand aus einem nicht ganz frischen und nicht wurmstichigen Zweig, der aufgefasert wurde. Es gab genaue Vorschriften für die Länge, Dicke und Art des zu verwendenden Holzes. Als Zahnpasta kam eine Mixtur aus Honig, Öl, Bengalpfeffer, Zimt, Ingwer und Salz verwendet. Wobei sich der Honig hier nicht unbedingt positiv ausgewirkt hat. Die Zunge sollte danach mit einem Metallschaber gereinigt werden, der nach jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Renaissance erlebt.

 

3.2.2. China und Zahnpflege

Zu der damaligen Zeit war auch China schon sehr hoch entwickelt. Bereits 2000 v.Chr. hatten die Chinesen Hunde, Katzen, Schafe, Schweine und Pferde domestiziert. Es gab die Töpferscheibe und 1500 v.Chr. wurden Stoffe aus Seide gewebt. Außerdem gab es ein Gesetzbuch, es entstand Papier, Schießpulver, Kompass, Brille, Papiergeld, Buchdruck und im medizinischem Sinne: Amalgam. Alles "Erfindungen", die in Europa erst Jahrhunderte später entdeckt wurden. Entsprechend hoch waren auch der hygienische Standard und die Prophylaxe entwickelt. Durch Entfernen von Speiseresten sollte die zerstörende Wirkung des Zahnwurmes oder Chong Ya verhindert werden. Deshalb war nach jedem Essen neben der einfachen Mundspülung auch das Zähneputzen angeraten. Die ersten schriftlich erwähnten Zahnbürsten traten jedoch erst 1498 in China auf. Die noch heute genutzte Zahnbürste wurde rund 100 Jahre später erfunden. Artefakten belegen auch, dass die Chinesen schon lange Zahnstocher verwendet haben. Es mangelte nicht an ausgebildeten Zahnärzten und verschiedenen Vorsorgeleistungen.

 

 

3.2.3. Japan und Zahnpflege

Die Kulturen von China und Japan weisen natürlich viele Gemeinsamkeiten auf, wie die Religion. Buddhisten haben in Japan im 6. Jahrhundert die Zahnbürste eingeführt, welche ebenfalls, wie in China aus einem pinseligen Stock bestand. Vor jedem Gebet mussten die Buddhisten ihre Zähne reinigen und die Zunge abschaben. Auch haben sich die Menschen in Japan regelmäßig den Mund ausgespült und die Zunge gesäubert. Verheiratete Frauen färbten sich die Zähne mit Eisentannat schwarz. Allerdings kam es dadurch oft zu einer Erkrankung des Zahnfleisches. Den Zusammenhang hat man in Japan damals aber wohl nicht erkannt. Die Zahnbüsten um 1600 wurden aus Weidenzweigen hergestellt. Das Ende wurde faserig geschlagen. Die Bürsten für die Frauen waren weicher, damit sie den schwarzen Belag nicht so schnell abschabten. Der Stiel war abgeflacht und wurde gleichzeitig als Zungenschaber genutzt. Zahnbürsten und Reinigungspulver wurden in speziellen Geschäften verkauft. So zeigt sich in Japan schon eine recht modern anmutende Zahnpflegekultur. Mit einfachen Mitteln wurde damals eine gute Mundhygiene erreicht. Durch die Reinigungszusätze, wie Erde, wurde eine mechanische Abreibung von Zahnbelägen erreicht und das Salz übt eine positive Wirkung auf das Zahnfleisch aus.

 

3.2.4. Das islamische Reich und Zahnpflege

Die islamische Welt war damals eine Hochburg für Wissenschaft und Medizin. Der Grund dafür ist, dass die Araber und Hebräer eine Verbindung zwischen Naturwissenschaften, der Medizin und der Religion sahen. Es gab viele Gelehrte, die sich mit Naturwissenschaften und der Medizin befassten. Zum Beispiel erläutert Ali ibn-Sahl Rabban at-Tabari in dem Werk "Paradies der Weisheit" die Behandlung von Mundgeruch und Zahnpasta-Rezepte. Abul Quasim hingegen erkannte, dass Zahnstein eine Hauptursache von Parodontopathien ist. Er hat zudem verschiedene Instrumente entwickelt, mit denen sich der Zahnstein entfernen ließ. Diese Methoden haben sich bis in die heutige Wurzelbehandlung praktisch nicht verändert, welche im Mittelpunkt einer Parodontalbehandlung steht. Einer der bedeutendsten Ärzte im islamischen Reich war Avicenna. Er hat die Notwendigkeit der Vorsorge erkannt und empfahl deshalb Zahnpasten aus Meeresschaum, verbranntem Hirschhorn, Salz und gemahlenen Schneckenhäusern. Diese Paste wird sich nach heutigen Erkenntnissen gut auf die Mundsituation ausgewirkt haben. Den Durchbruch in der Mundhygiene erreichte jedoch erst Mohammed, der diese als Bestandteil der Religion in den Koran verankerte. Man hatte sich fünf rituellen Waschungen zu unterziehen, welche vor den Gebeten stattfanden. Während der Waschung musste man sich auch dreimal den Mund ausspülen. Er führte ebenso neben dem Zahnstocher auch das Putzholz Siwak oder Miswak ein. Durch die Spülungen fanden zum einem mechanische Abreibungen statt, sowie eine Verringerung der Bakterienkonzentration. Diese Spülungen hatten also eine durchaus prophylaktische Wirkung.

 

 

3.2.5. Das Prophylaxe Zahnputzholz

Das Zahnputzholz ist praktisch die älteste Zahnbürste der Welt. Die Inder kannten es und Mohammed fertigte es aus dem Arakbaum. Die Verarbeitung aus dem Holz ist dabei denkbar einfach. Das Holz wird in 1 cm dicke und 13 bis 30 cm lange Stücke zurechtgeschnitten. Dann wird ein Ende für einen Tag ins Wasser gegeben, bis es sich pinselartig auffächert. Sind die Fasern abgenutzt, werden sie abgeschnitten und ein neuer Teil benutzt. Zusätzlich wurden damals Reinigungsmittel, wie Holzkohle, Asche, Salz und Sand verwendet. Es gibt aber auch Zahnputzmittel aus Hirschhorn, Myrrhe, Salz und Mastix. Interessant ist, dass sich das Zahnholz bis in die heutige Zeit gehalten hat. In vielen Dritte-Welt-Ländern wird es immer noch von einer breiten Masse der Bevölkerung verwendet. Das Holz sorgte jedoch nicht nur für eine mechanische Reinigung, sondern enthielt auch gewisse Mengen an Natrium, Adstingentien und auch einen hohen Fluorgehalt. Das sorgte für eine bessere Durchblutung der Gingivitis und damit zu einem gesünderen Zahnfleisch. Es gab natürlich auch Nachteile, wie Verletzungen am Zahnfleisch oder unzureichende Reinigung der Zahnzwischenräume, welche aber nach Türp alle auf Anwendungsfehler zurückzuführen sind. Das Zahnputzholz erfüllt aber seinen Zweck und ist billig und schnell verfügbar.

 

3.3. Die Azteken und Inkas und Prophylaxe

Im Amerika vor Kolumbus gab es viele Hochkulturen. Wie die Azteken und die Inkas. Sie waren bei der Viehzucht, Ackerbau, Architektur, Kunst und Handwerk sehr weit fortgeschritten. Sie konnten gewaltige Städte und Straßen bauen, sowie Tempel und Bewässerungsanlagen. Erst durch die Angriffe der Spanier wurden diese Kulturen zerschlagen. Die Inkas und Azteken waren eitel und legten viel Wert auf ihr Aussehen. Es war ein Schönheitsideal die Zähne durch Stein-Inlays zu schmücken und die Zahnpflege wurde sehr aufwändig betrieben. Dazu nutzen auch diese Kulturen Zahnpinsel aus Holz und Wurzeln. Nach jedem Essen sollten die Zähne gereinigt werden und mit Salz gepflegt werden. Auch zur Harnspülung wurde geraten. Man sollte auch nicht übermäßig Heiß oder Kalt sondern lauwarm essen. Auch legten die Azteken großen Wert auf die Entfernung von Zahnstein. Dieser wurde durch quatepuztli imprägniert und konnte dann im aufgeweichten Zustand mit einem Tuch entfernt werden. Durch Cochenille wurden die Zähne violett gefärbt, was kosmetische Gründe hatte. Aber dadurch wurden die Zähne auch konserviert. Auch bei den Inkas gab es eine ähnliche Prophylaxe. Sie kauten Blätter des Piyu-Baumes und Beeren des Nashumbi-Strauchs. Danach durfte nichts Heißes gegessen oder getrunken werden. Die Zähne wurden mit einem schwarzen Belag überzogen, der 6 bis 7 Monate hielt. Diese Maßnahmen nutzen jedoch nur die Männer. Vermutlich war auch her eher ein kosmetischer Hintergrund gegeben und die Prophylaxe nur ein Nebeneffekt. Nach Berichten sollen die Inkas ihre Zähne ein Leben lang behalten haben. Auch hier wurden wissenschaftliche Untersuchungen gemacht. Die Harnspülungen zum Beispiel haben eine positive Wirkung auf das Zahnfleisch. Die darin enthaltenen Salze wirken tonisierend auf das Gewebe und es gab positive Effekte auf Haut und Schleimhäute. In vielen dermatologischen Produkten ist deshalb heute synthetisch hergestellter Harnstoff enthalten. Die Pflanzen, welche die Inkas kauten, enthielten bakterienhemmende Substanzen.

 

 

4. Prophylaxe innerhalb Europas und Amerikas

 

4.1. Antike:

Auf das Leben in Europa hatten die großen chinesischen und indischen Kulturen keinen relevanten Einfluss. Die Wurzeln Europas sind eher in den Altkulturen von Ägypten und Assyrien zu suchen, wobei das Bild von weißen und sauberen Städten, welches heute gern vermittelt wird, nicht der Realität entspricht. Schließlich fehlten in der Antike noch Kanalisationen und dementsprechend dreckig war es auch in den Städten und es muss zum Himmel gestunken haben. Die Römer haben viel von den Griechen übernommen, so auch die Philosophie, welche zu einem medizinischen Verständnis führte, welche die heutigen Entwicklungen geprägt haben. Allerdings verhielt es sich in puncto Hygiene andersrum.

 

4.1.1. Der griechische Raum:

Der Zustand der Zähne war im alten Griechenland von großer Bedeutung. Starke Zähne standen für Gesundheit und große Zähne galten als Symbol für Wildheit. Die eigentliche zahnmedizinische Vorsorge geht aber kurioserweise erst auf die Zeit der römischen Herrschaft zurück. Die Griechen galten für die damalige Zeit als recht fortschrittlich, was die heilende Medizin anbelangte. Allerdings äußerten sich ihre Kenntnisse hauptsächlich durch das Reparieren bestehender Schäden, nicht aber durch Vorbeugung dieser. Die Zähne reinigten sie lediglich mit Alabaster, Korallenpulver, Rost, Schmirgel oder anderen Mitteln. Das führte zwar durchaus zu einem sichtbaren Resultat, hatte allerdings auch eine raschere Abnutzung der Zähne zur Folge. Warum diese Nebenwirkung jedoch eintrat, konnten sie sich nicht erklären. Im Zusammenhang der Zahnpflege im alten Griechenland ist unweigerlich der Name Diokles zu erwähnen, der um 300 n. Chr. unter römischer Herrschaft in Athen lebte. Er verbreite die Idee, sich nach dem Aufstehen zu waschen und sich die Zähne mit den Fingern und Minze zu reinigen, die im Saft zerrieben wurde.

 

4.1.2. Der römische Raum:

Anders als im antiken Griechenland, hatte die Mundhygiene bei den Römern einen höheren Stellenwert. Zwar war ihnen Seife noch unbekannt, dafür sparten sie aber nicht mit dem Wasser. So war es im 4. Jahrhundert bereits alltägliche Routine, dass man sich morgens die Zähne mit Wasser wusch. Zudem war auch Zahnpulver in Gebrauch, deren Wertschätzung man daran maß, wie aufwändig die Zubereitung und wie vielfältig die Zutaten waren. Neben Knochen, Austern- und Eierschalen kamen bei der Herstellung eine Reihe von Stoffen zum Einsatz. Um es gebrauchen zu können und wohl auch um ein Trägermittel zu haben, vermischte man das Pulver mitunter auch mit Honig. Und, wie Ring schreibt, sollen sich auch Myrrhe und Salpeter unter den Zutaten befunden haben, was die Zähne kräftigen sollte. Auf das Zahnfleisch hatte das Salz neben der reinigenden auch eine straffende Wirkung, was die Römer bereits erkannten. Zwar wurden einige Zutaten nach Aberglaube und Einbildung ausgewählt, Komponenten wie Knochen und Muschelschalen, die fein gemahlen wurden, hatten jedoch eine Putzwirkung.

 

 

4.2. Byzanz:

Weniger wert auf medizinische Vorsorge und Reinlichkeit legte man in Byzanz. Zu dem Thema konnte erst Paulus von Aigina (625 – 690) einiges beitragen. Er erkannte die Notwendigkeit von Zahnsteinentfernungen und verwies darauf. Mittels eines Meißels oder anderen Instrumenten wurde diese schließlich praktiziert. Vor Nahrung, die zu Erbrechen oder zu klebrigen Rückständen auf den Zähnen führen konnte, warnte er. Als Ursache für Schäden an den Zähnen wurde hier erstmals auch das Erbrechen genannt, ein Thema, das heute wieder aktuell ist. Die Erkrankung an Anorexia nervosa geht einher mit stark verätzten Zähnen im Oberkiefer, was sich durch die Salzsäure des Magensaftes erklären lässt. Paulus von Aigina riet den Leuten zudem, mit den Zähnen keine harten Gegenstände aufzubrechen und verwies auf die Wichtigkeit der Zahnreinigung nach der letzten Mahlzeit des Tages. So kann man davon ausgehen, dass er die Bedeutung des, in der Nacht eingeschränkten, Speichelflusses bei der mechanischen Reinigung durch Verzehr harter Nahrung erkannte.

 

4.3. Westeuropa:

Etwa vom fünften bis zum zwölften Jahrhundert datiert man das frühe Mittelalter in Westeuropa. Von der Äbtissin Hildegard von Bingen (1099 – 1179) stammen die ersten Aufzeichnungen über Prophylaxe, wobei allerdings noch der antike Aberglaube an den Zahnwurm aufrechterhalten wurde. Nichts desto trotz gelang Hildegard von Bingen ein entscheidender Fortschritt in der Zahnheilkunde bzw. zahnmedizinischen Vorsorge. Denn ihr zufolge waren die Aktivitäten des Zahnwurms auf den Zahnbelag zurückzuführen und sie riet aufgrund dessen zu vorbeugenden Maßnahmen gegen Zahnbelag. So sollte man sich morgens und tagsüber die Zähne mit kaltem Wasser spülen, eine wenig effiziente Methode, die allerdings einen möglichen therapeutischen Effekt haben kann.

 

 

4.4. Hoch- und Spätmittelalter:

Für die Medizin und Forschung gilt das Hoch- und Spätmittelalter als relativ tote Zeit. Jegliche Aktionen in dieser Richtung wurden von der Kirche verboten und diese wiederum war damals schließlich Maß der Dinge. Da die Kirche auch festlegte, was gelehrt werden durfte und alle Gebiete der Ätiologie als ketzerisch galten, wurde einiges an Forschungspotential einfach im Keim erstickt. Daher geht aus dieser Epoche nicht viel Nennenswertes hervor, von der Volksmedizin einmal abgesehen, die auf der Straße und auf Jahrmärkten von Quacksalbern betrieben wurde. Da es sich, laut Hoffmann-Axthelm, hierbei um Dreckapotheken und die Verehrung von heidnischen Amuletten handelte, zog man auch auf diesem Gebiet den Unmut der Kirche auf sich. Nur in klösterlichen Einrichtungen wurden medizinische Praktiken gepflegt und die Werke Avicennas weitergegeben, sowie Pflanzenheilkunde betrieben. Da eine breitere Umsetzung des Wissens allerdings nicht stattfand, hatte die vorsorgliche Medizin für 700 Jahre bis hin zur Renaissance keine Bedeutung.

 

4.5. Die Renaissance:

Einen gewaltigen Aufschwung erlebten die Medizin und die Naturwissenschaften im 16. Jahrhundert durch die gesellschaftlichen Umwälzungen der Reformation und durch die Wiederentdeckung antiker Werte. Aufklärung, Forschung und Philosophie gewannen zunehmend an Bedeutung. Mit der Veröffentlichung des “Artzney Buechlein” 1530 in Leipzig war auch eine Fachliteratur erschienen, die sich ausschließlich mit der Zahnheilkunde beschäftigte. Darin enthalten sind verschiedene Kapitel, die sich wiederum ausschließlich mit der zahnmedizinischen Vorsorge beschäftigen, wozu das Reinigen und Spülen der Zähne nach dem Essen gehörte. Außerdem wurde die Vermeidung von saurer, zu harter oder klebriger Nahrung wie Nüssen und unreifem Obst empfohlen und vor zu hohen Temperaturunterschieden beim Essen und Trinken gewarnt. Der Autor ist anonym, verfasste aber ähnlich wichtige Erkenntnisse wie Paulus v. Aigina seiner Zeit. Demzufolge soll man auch den Mund reinigen und mit Rosenwasser ausspülen, wenn man erbrochen hat. Das Kapitel über “gelbe und schwarze” Zähne behandelt mitunter die Entfernung von Zahnbelag “Weinstein” oder “Gips” (Zahnstein). Hierfür wurden spezielle Messerchen oder Instrumente zum Abkratzen empfohlen. Außerdem verwies man auf die Behandlung mit speziellem Zahnpulver. Mit der zahnmedizinischen Vorsorge befasst man sich in einem kleineren Kapitel, in dem konkrete Hinweise gegeben werden, wie man gesunde Zähne erhalten kann, so zum Beispiel durch das morgendliche Abreiben der Zähne mit groben Leinentüchern und Salz. Um Speisereste zu entfernen, wurde empfohlen, nach dem Essen den Mund mit Bier oder Wein auszuspülen. Weitestgehend durchsetzen konnten sich die Erkenntnisse aufgrund gesellschaftlicher und individueller Gegebenheiten jedoch leider noch nicht. In Anbetracht der langen Zeit der Stagnation, sind sie dennoch beachtlich. Um 1548 erschien in Würzburg der “Nützliche Bericht” von Hermann Ryff, worin die Entfernung von Speiseresten mit Zahnstochern aus Zypressen-, Rosmarin- oder Wacholderholz beschrieben wurde. Dabei warnt Ryff auch vor der Verletzung des Zahnfleischs. Mit einem kräftigen Wein, bereichert mit weiteren Zutaten wie Mastixkörner, Zimtrinde, Wacholderbeeren, Galgantwurzel und Rosmarin, sollte der Mund im Anschluss ausgespült werden. Zudem gab er gewisse Pasten und Pulver zur Zahnsteinentfernung an, die allerdings eine recht abrasive Wirkung gehabt haben müssen, da er nebenbei rät, nicht zu stark zu reiben. Einen Fortschritt stellt dieser Ratschlag deswegen dar, da man erkannte, dass gewisse Zahnablagerungen nur mit Mechanik entfernt werden können. Allerdings sah man damals noch nicht voraus, dass Abrasion ebenfalls eine Schädigung der Zahnhartsubstanz zur Folge haben kann. Bereits im alten Japan, wurde ein Zungenschaber erwähnt, der von Ryff ebenfalls empfohlen wurde. Wie Zahnpulver, Spülungen und Pasten zuzubereiten sind, wird von ihm zudem ausführlich erklärt, um Zähne und Parodontium reinigen, festigen und pflegen zu können. Die Übergänge von der Prophylaxe zur Therapie sind hier fließend. Aus Zimt, Nelken, Indischer Narde, Mastix, Weihrauch, Weizen, Eiklar, Krebsfüßen, Dattel- und Olivenkernen setzt sich ein solches Zahnpulver zur Bekämpfung von Mundgeruch, Zahnfleischschwund und Zahnverdunkelung zusammen. Man rieb damit die Zähne ab und brachte die Substanz auf das Zahnfleisch auf. Berichte aus verschiedenen Zeitungen geben zudem einen Eindruck von den Instrumenten zur Zahnreinigung, die damals eingesetzt wurden. Die allgemeine Bevölkerung in England beachtete die Zahn- und Mundhygiene, trotz vieler beratender Schriften nicht. Dieser Umstand ist zurückzuführen auf eine, noch nicht vorhandene Volksbildung sowie der mangelnden Verbreitung von zu teurer Literatur zusammen. In wohlhabenderen Kreisen hingegen waren teure Seife und Zahnpasten durchaus üblich. Zahnstocher aus Frankreich, Spanien und Portugal läuteten beim Adel einen Trend ein. Um den Hals getragen, waren sie zudem ein schickes Accessoire. Bereits im Alter von 37 Jahren soll Königin Elisabeth goldene Zahnstocher sowie in Silber und Schwarz eingefasste Zahntücher geschenkt bekommen haben, da sie Zeit ihres Lebens Probleme mit den Zähnen und ein unansehnliches Gebiss gehabt haben soll. Allerdings ist nicht bekannt, ob ihr diese Geschenke noch von Nutzen waren. Die Renaissance ließ also alte Traditionen der Antike wieder aufleben und setzte auch neue Trends in der zahnmedizinischen Prophylaxe.

 

4.6. 17. Jahrhundert:

Beim 17. Jahrhundert wird man wohl zunächst an den 30jährigen Krieg und den Absolutismus denken. Theoretische Disziplinen wurden neu begründet und Erfindungen wie das Mikroskop wurden von Leuten wie dem Holländer Zacharias Janssen gemacht. Dies führte letztlich zur Entdeckung der Speicheltierchen durch Antony van Leeuwenhöeck. Er stellte auch durchsichtige Röhrchen im Dentin fest und begründete somit die Anatomie des Zahns. Die Veröffentlichung von Heftchen zur Zahnheilkunde geht schließlich auf den Pariser Moy Dupont zurück. Dabei handelt es sich zwar eher um Reklameblätter als um Abhandlungen, dennoch verweist auch er auf die morgendliche Zahnpflege. Er empfahl darin aber auch, getrocknete Salbeiblätter in den Mund zu nehmen, auch wenn Tabak effektiver wäre. Man muss hier aber auch erwähnen, dass primitive Prothesen nach dem Ziehen sämtlicher Zähne als zahnärztliche Vorsorge betrachtet wurden, da danach keine Schmerzen oder Beschwerden mehr auftreten würden. Die Funktion der Zähne blieb bei einer solchen Methode natürlich gänzlich außen vor. Vielmehr hielt man sie als ein unnötiges Beiwerk der Natur. Über richtige Vorsorge ist aus dieser Zeit daher wenig bekannt bzw. überliefert. Um die Zähne zu erhalten, wurde von Leuten wie Martin Barthélemy allerdings die morgendliche Spülung mit dem eigenen Urin, bereits besungen von Catull, empfohlen. Auch das Putzen der Zähne mit Wildkatzenkot hielten einige für hilfreich und fürwahr erwiesen sich die enthaltenen Salze als nützlich, wobei derartige Methoden zur Kategorie der Dreckapotheke gehören. Durch die ätherischen Öle wirkt Salbei bakteriostatisch, fungistatisch, virustatisch und adstringierend, weshalb es auch heute noch zahlreiche Indikationen hat. Hervorzuheben ist für diese Epoche auch der zahn- und parodontalprophylaktische Einsatz von chemischen Mitteln, da chemische und histologische Untersuchungen derartige Erkenntnisse noch nicht befürworteten.

 

4.7. 18. Jahrhundert:

Im 18. Jahrhundert wurde die Zeit der Aufklärung und staatlichen Anerkennung des Status der Zahnheilkunde eingeläutet. Vorher beschäftigten sich mit der Vorbeuge und Behandlung nur Quacksalber, Barbiere und einigermaßen erfahrene Ärzte.

 

4.7.1. Frankreich:

Der Franzose Pierre Fauchard war der bekannteste Zahnmediziner dieser Zeit. Auf sein Konto gehen einige Abhandlungen über Zahnheilkunde, die sehr modern anmuteten. Zur Vorsorge gab er komischerweise außer Mundwasser nichts weiter an. Frisch gelassener Urin als Spülung am Morgen war, seiner Meinung nach auch ausreichend um gesunde Zähne zu erhalten. Folglich gibt es keine nennenswerten Spuren über die Aufklärung von zahnmedizinischer Vorsorge aus Frankreich.

 

4.7.2. England und Deutschland:

Sowohl in England als auch in Deutschland gab es diverse Nachfolger von Fauchard. Zum Beispiel war der Engländer John Hunter ziemlich entscheidend. Erwähnenswerte Beiträge zum Thema zahn-medizinische Prophylaxe brachte aber auch er nicht. “Die Abhandlung von den Zähnen des menschlichen Körpers und deren Krankheiten” geht zurück auf Philipp Pfaff, dem Hofzahnarzt von Friedrich II. In dieser Monographie wird eindrücklich auf die Vorsorge eingegangen, wobei empfohlen wird, nach dem Essen einen Zahnstocher oder Federkiel zur Entfernung von Speiseresten zu verwenden. Von Stochern aus Metall riet er hingegen ab, da diese dem Zahnschmelz zusetzen. Ein übertriebener Gebrauch der Zahnbürste wurde von Pfaff ebenfalls kritisiert, da es dadurch zu Zahnfleischlösungen und -schäden kommt. Provoziert wird dies durch zu harte Borsten und daher empfahl er den Gebrauch einer Zahnbürste nur alle 14 Tage. Zahnstein (damals Weinstein genannt) sollte zur Schonung des Zahnfleisches mit speziellen Instrumenten entfernt werden. Die morgendliche Mundspülung mit klarem Wasser sowie das Reinigen der Zähne mit einer Serviette, einem Schwamm oder einem Fischbein wurden von ihm empfohlen. Das Abkratzen von Zahnstein mit einem Federkiel, ob in Eigenregie oder durch einen Zahnarzt, gehört ebenfalls zu seinen befürworteten Methoden. Verschiedene Zahnpulver, Mundwasser und Instrumente waren dem Anhang seines Buches zu entnehmen. Ebenso erwähnenswert ist das recht moderne Zahnreinigungsbesteck des Braunschweiger Hofzahnarztes J. Girault. Hier waren Federkiel-Zahnstocher, Zahnbürsten und diverse Zahnsteinentferner zu finden. Der Fortschritt der Zahnheilkunde und vor allem der Prophylaxe war, angesichts der langen Stagnation im Mittelalter, in dieser Epoche enorm. Allerdings muss man auch hier erwähnen, dass nur eine Minderheit Zugang zu den Aufklärungsschriften hatte. Die Erkennung der Wirkung von Abrasivstoffen geht wohl auf Pfaff zurück, obgleich er diese dem übermäßigen Gebrauch der Zahnbürsten zuschrieb. Die Erkenntnisse und Fortschritte sind also stets mit dem damaligen Stand der Technik und der Forschung in Verbindung zu bringen.

 

4.8. Das industrielle Zeitalter:

Wie in vielen anderen Bereichen auch, so machte man im industriellen Zeitalter enorme Fortschritte in der Zahnheilkunde. Die Prothetik wurde wesentlich verbessert, zur Schmerzlinderung bei Behandlungen begann man Äther und Lachgas einzusetzen und neue Instrumente wurden erfunden. Zur Zahnfüllung griff man auf neu entwickelte Materialien zurück und der Tretbohrer hatte seinen Einstand neben weiteren Bohrer-Typen. So ergab sich die Möglichkeit, Zahnschäden zu reparieren und weitere Gebissdestruktionen zu vermeiden (sekundäre und tertiäre Prophylaxe). Sowohl in Amerika als auch Europa wurden zahlreiche neue Erfindungen und Errungenschaften patentiert. Der Amerikaner Willoughby D. Miller, welcher der Begründer des Berliner Zahnmedizinischen Instituts ist, stellte die bahnbrechende Theorie auf, dass der Verfall von Zähnen bakterielle Ursachen hat. Er erkannte, dass die Bakterien aus Kohlehydratablagerungen unter anaeroben Bedingungen Säure herstellen, welche den Zahnschmelz entkalkt und das darunter befindliche Zahnbein zerstört. Bis heute ist diese Theorie aktuell, die von Miller durch Beobachtungen unter dem Mikroskop begründet wurde und die gesamte Prophylaxe auf den Kopf stellte. Nun war es schließlich möglich, eine, auf Ursachen ausgerichtete Prophylaxe zu betreiben. Die Konzepte wurden von den Zahnärzten entsprechend umgestellt. Die Wirkung von Plaque auf Karies und Parodontopathien konnte Miller hingegen noch nicht gänzlich begreifen, da ihm dafür die praktische Erfahrung fehlte. Dennoch war damals die Erkenntnis geboren, dass man die Zähne nicht allein durch regelmäßiges Putzen vor Verfall schützen kann. Mundwasser und Zahnputzmittel, die auf Millers Theorie basieren, wurden von den Forschern entwickelt. Seine Empfehlungen gingen zudem hin zur Zahnbürste und gewachsten Zahnseide, entfernte sich aber von Zahnsstochern und Zahnpulver. Das Element Fluor erfuhr ab dieser Zeit aufgrund des Erkenntnisstandes eine steigende Beachtung, wobei lange debattiert wurde, ob Fluoride zur Härtung der Zähne beitragen oder nicht. Denn als Mittel zur Vorbeugung von Karies wurden sie erst ab dem zwanzigsten Jahrhundert in Amerika eingesetzt. Empfohlen wurden Fluoridpastillen für Kinder und Schwangere allerdings schon 1874 von dem badischen Zahnarzt Carl Erhardt. Der Chemiker H.V. Churchill stellte später die Widerstandswirkung von Fluoriden gegen Säuren, die Karies verursachen, fest. Durch diese Erkenntnis hielt das Element Einzug in etliche Mundwasser und Tabletten in heutiger Form, die man vor allem Kindern, Jugendlichen und Schwangeren verabreichte. Erste Versuche der Versiegelung von Zahnfissuren als anatomisch bedingte Schwachstelle bei der Reinigung wurden unternommen. Dr. Alfred Civilion Fones, ein amerikanischer Zahnarzt erkannte die Notwendigkeit der Prophylaxe und der Aufklärung der Patienten. Zu seinen Maßnahmen gehörte unter anderem, dass er seiner Gehilfin richtige Mundhygienemaßnahmen beibrachte, die sie an Kinder weiterleiten sollte. Nachdem vielfach spezialisierte Hygienikerinnen ausgebildet und an Schulen eingesetzt wurden, konnte man einen Kariesrückgang von 75 Prozent feststellen. Der neue Berufsstand der Hygieniker war ein direktes Resultat dieses nennenswerten Erfolges. Spezialisierte Zahnärzte waren in öffentlichen Schulen und Einrichtungen für Kinder unterwegs um sie auf Karies zu untersuchen. Gleichzeitig war es die Aufgabe der begleitenden Hygienikerin, die Kinder zur Vorsorge aufzuklären.

 

 

5. Prophylaxe heute

 

5.1. Aufklärung:

Die Aufklärung über die Prophylaxe ist ein wichtiger Punkt in der heutigen Zeit. So früh wie möglich versucht man kleine Kinder und Jugendliche an die Vorsorge heranzuführen und somit den Grundstein des weiteren Lebens zu legen. Doch auch bei Erwachsenen besteht der Bedarf, über den Sinn und Zweck einer Prophylaxe zu belehren. Eine entsprechende Motivation ist nachhaltig und die Erklärung der richtigen Putztechnik, die Verabreichung von Fluoriden und die richtige Anwendung von Zahnseide und Mundwasser sind Bestandteil einer effektiven Prophylaxe. Informationsbroschüren, Medien und Schulen spielen neben dem Zahnarzt hier eine wichtige Rolle der Aufklärung. Sie ist vor allem im Hinblick auf das reichhaltige Angebot der Hersteller entsprechender Produkte wichtig, das mitunter einschüchternd wirken kann. Wer sich einen effizienten Überblick über geeignete Produkte und deren Handhabung verschafft, der kann auch die Prophylaxe effizient durchführen. Fluoridierung ist dabei immer ein wichtiger Begriff.

 

 

5.1.1. Stärkung der Abwehr und des Zahnschmelzes:

Fluoride härten den Zahnschmelz nicht, sondern machen ihn lediglich resistenter gegen Säuren. In Zahnpasten, Mundwässern, Gelees, Tabletten und auch Trinkwasser wird lediglich gelöstes und ionisches Fluorid appliziert. In verschiedenen Verbindungen kommen Fluoride zur Anwendung, wobei Natriumfluorid (NaF), Natriummonofluorphosphat (Na-MFP), Zinnfluorid (SnF) sowie Aminfluorid (AmF) als gängigste Verbindungen zu nennen wären. Aminfluorid zeichnet sich durch eine besondere Tiefenwirkung aus und ist sehr effizient.

 

5.1.2. Kultureller Nachweis pathogener Bakterien im Mund:

Karies und Parodontopathien wurden durch epidemiologische Untersuchungen als Infektionserkrankungen eingestuft. Die Eltern übertragen die jeweiligen Bakterienarten auf die Kinder und die Früherkennung dieser ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Prophylaxe. Die Bestimmung der Spezies und der Menge der Bakterienstämme durch einen kulturellen Nachweis lässt die Früherkennung von Risikofällen zu und ermöglicht eine Erstellung von individuellen Prophylaxekonzepten. Schäden können so effektiver vermieden werden. Das Zentrum für Oralpathologie / Potsdam hat das Vertrauen der Berlin Klinik Prophylaxe gewonnen.

 

5.2. Moderne Zahnreinigungssysteme zur Prophylaxe:

Sogar Fachleute haben es nicht leicht bei dem reichhaltigen Angebot der Zahnreinigungsmittel objektive Urteile abzugeben. Die Reinigungswirkung von herkömmlichen Zahnbürsten im Vergleich zu den elektrischen Zahnbürsten weist, Untersuchungen zufolge, keinerlei Unterschiede auf. Ältere Menschen, Kinder und Behinderte, deren Möglichkeiten der Handhabung mitunter beeinträchtigt sind, können durch elektrische Zahnbürsten aber durchaus Vorteile ziehen. Die mechanische Zahnreinigung kann durch Mundduschen nicht ersetzt werden, zur Spülung der Zahnzwischenräume sind sie aber ein nützliches Hilfsmittel. Dennoch streiten sich die Experten über den Nutzen der Mundduschen. Ebenso vielfältig wie verwirrend ist auch das reichhaltige Angebot an Zahnpasten verschiedenster Art. Versprechen aus der Werbung können aber meist nicht eingehalten werden und Raucherzahncremes sind mitunter derart abrasive Putzmittel, dass dadurch auch die Zahnoberfläche aufgeraut wird und die Auflagerungen im Nachhinein mehr Ansatzpunkte haben. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung wird empfohlen, sie nicht mehr als einmal in der Woche anzuwenden. Auch die Zahncreme ist nicht von der Wichtigkeit, wie ihr oft zugesagt wird. Es ist die mechanische Säuberung der Zahnoberflächen, auf die es vorrangig ankommt. Fluoride sollten in einer qualitativen Zahncreme allerdings nicht fehlen um, die Widerstandsfähigkeit gegen karieserzeugende Säuren zu stärken. Manche Stoffe in den Zahnpasten tragen zur Neutralisation bei während andere Stoffe, wie Kaliumsalze, die Desensibilisierung von überempfindlichen Zahnhälsen bewirken. Keinerlei Reinigungswirkung besitzen Geschmacksverbesserer oder Schäumungsstoffe. Sie dienen aufgrund ihrer erfrischenden Wirkung aber zur Motivation zur Zahnpflege. Zahnseide ist zur Reinigung von Zwischenräumen sinnvoll und spezielle Interdentalbürsten haben eine hohe Effizienz bei recht großen Zahnzwischenräumen, die im Alter durch Parodontose auftreten.

 

5.3. Organisation:

Um über Ursachen, Wirkung und Vorbeugung zu informieren sind gewissen Organisationsformen notwendig. Prophylaxemaßnahmen sollen stets eine Motivierung zur Mundhygiene darstellen und Kinder und Jugendliche bekommen diese durch Zahnarztpraxen als Individualprophylaxemaßnahmen vermittelt. Sowohl die Kontrolle der Zahnpflege, die Aufklärung über Mundhygienemaßnahmen, Ursachen für Zahnerkrankungen sowie die Fluoridierung der Zähne sind darin beinhaltet. Die Fissuren-Versiegelung stellt eine erweiterte Maßnahme der sekundären Prävention dar und Fissuren (Furchen auf dem Zahn), die besonders kariesanfällig sind, werden durch das Aufbringen eines Spezialkunststoffes behandelt. Die kleinen Hohlräume werden dadurch ausgefüllt und den Bakterien, die Karies erzeugen, wird die Arbeit erheblich erschwert. In regional unterschiedlicher Form findet in Deutschland neben der Individualprophylaxe auch die Gruppenprophylaxe statt, die insbesondere das Ziel der primären Prävention und auch sekundäre Maßnahmen, also der Früherkennung verfolgt, so eine Stellungnahme der DGZMK. In diesem Rahmen übernehmen Zahnärzte Partnerschaften mit Kindergärten und Schulen und bilden dafür spezialisierte zahnärztliche Assistentinnen aus, die auch sensibilisierend auf Erzieher und Eltern einwirken sollen. Den Kindern soll durch Praxisbesuche und tägliches Zähneputzen die Angst vor der zahnärztlichen Behandlung genommen werden. Ziel ist es, das tägliche Zähneputzen zum Reflex werden zu lassen. Die primären und sekundären Präventionsmaßnahmen dienen der Erhaltung der Gesundheit der Zähne und des Zahnhalteapparates.